Dienstag, 10. november 2009
Vor 71 Jahren tobte hier die Reichskristallnacht. Vor 20 Jahren fiel die Mauer. Und seit rund 10 Jahren wird Allerheiligen immer mehr von Halloween-Partys verdrängt, Kürbisse statt Grabkerzen.
 
Laut Wiki - je nachdem wie man es liest - ist es ein sinnloses Fest:

von All Hallows’ Even (Allerheiligenabend), ist ein Fest am Vorabend von Allerheiligen in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November, das ursprünglich vor allem in Irland gefeiert wurde. Der Brauch wurde von irischen Auswanderern ab 1830 in die USA gebracht. Im Laufe der Zeit entwickelte sich Halloween neben Weihnachten und dem Thanksgiving-Fest zu einer der wichtigsten Feiern in den USA. Seit den 1990-er Jahren wird das Fest verbreitet auch in Europa gefeiert. Die Herkunft und der Sinn des Festes sind unklar.

Feiern, das sei mal angemerkt, ist nie sinnlos: Freunde versammeln sich, Essen, trinken und tanzen zusammen. Das fördert den sozialen Zusammenhalt, die Alltagssorgen treten in den Hintergrund, gute Stimmung stoppt den Novemberblues - um nur einiges an Sinn zu nennen.
Zudem hat es mir ziemlich viel Spaß gemacht, Stefan und mich gruselig zu schminken:

Na, das mit dem gruselig Gucken müssen wir noch üben.

 
Gut, wir haben dann nochmals geübt. Ich hatte tiefe Kratzspuren auf der Wange.


Stefan habe ich ein Einschußloch auf die Schläfe geschminkt, das sah nun wirklich echt aus. Auf der Party selbst waren aber ziemlich viele Alice Coopers.


Die Deko war ziemlich klasse: Fluoreszierende Gespenster und Skelette, Lampignons in Kürbisform und auf der Toilette gab es Rattenaufkleber.



Die Musik war prima und es wurde sogar ziemlich viel getanzt. Mit der entsprechenden Menge an Alkohol hatten wir dann dafür auch am nächsten Tag wirklich Allerheiligen-Stimmung. Ob allerdings Halloween hier je zu einem der wichtigsten Feste neben Weihnachten wird, wage ich allerdings zu bezweifeln.


von sabine
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Donnerstag, 5. november 2009

Das Auto, die Bahn - wenn es um den morgendlichen Weg zur Arbeit geht, sind die nur Mittel zum Zweck. Jeder, der im Ruhrgebiet wohnt, weiß: Man braucht ein Auto. Hamburger wissen vermutlich überhaupt nicht, wovon ich rede. Zur tiefergehenden Lektüre sei der Artikel der WAZ von heute empfolen:

Nahverkehr im Selbstversuch.

http://www.derwesten.de/nachrichten/im-westen/2009/11/4/news-139485728/detail.html

Mal ehrlich. Jeder Einwohner in NRW hat das schon mal versucht. Und jeder weiß dann auch, warum man hier ein Auto braucht. Daher ist der Beitrag in der WAZ zwar sehr schön geschrieben, allerdings ohne Neuigkeitswert oder Inhalt, den man nicht aus eigener Erfahrung kennt. Viel besser finde ich die Verhältnisse des VRR (Verkehrsverbund Rhein-Ruhr) in ihrer Beschreibung als
1. Trostpflaster für die geplagten Berliner mit ihrer kaputten S-Bahn
2. Hamburger, die sich mal über den tollen Nahverkehr freuen können.

Und noch etwas für Auswärtige. Hier gibt es Regionalbahnen. Inzwischen doppelstöckig. Nützt aber nix, sind immer proppevoll und bieten mehr oder weniger enge Kontaktmöglichkeiten zu völlig unbekannten Menschen.


Diese Züge sind immerhin recht neu und verfügen über Toiletten - für Menschen mit schwacher Blase echt nicht unwichtig. Zwar gibt es auch in den S-Bahnen Klos, aber die sind.... unbeschreiblich, belassen wir es dabei. Die S-Bahnen haben teils noch die ekligen Kunstledersitze, die allesamt entweder aufgeschlitzt oder aufgeplatzt sind. Dahin verirrt sich fast nie ein Schaffner. Zwar fallen die Dinger häufig aus, kommen dafür aber im 20-Minuten-Takt.
Dann gibt es hier noch eine Besonderheit - wie auch in Düsseldorf oder Köln. Straßenbahnen. Ungeübte Autofahrer (z.B. aus Hamburg) werden dann ziemlich entsetzt sein, wenn plötzlich so ein Schienengefährt von der ab und zu vorhandenen Sonderspur plötzlich auf die Fahrbahn schwenkt.

Da aber weder Bahnhöfe, S-Bahn-Haltestellen (sind nicht gleichzusetzen mit den Bahnhöfen) oder Straßenbahnhaltestellen in fußläufiger Entfernung liegen, muss man hier meist mit dem Bus dorthin juckeln. Zum Glück hat der VRR die Fahrpläne so prima gestaltet, dass man den Zug, in den man umsteigen will, gerade so um eine oder zwei Minuten verpasst. Und die meisten Züge fahren spätestens ab 20 Uhr stündlich, am Wochenende kaum und nachts schonmal garnicht.

Dann doch lieber - wie auch gestern abend - lange im Stau stehen und Hörbücher hören.
von sabine
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Mittwoch, 4. november 2009
...und die Haare auch. Es ist Herbst, täglich segeln mehr von den schönen bunten Blättern auf den Boden und so langsam wird die Landschaft kahl.

Zeit für Veränderungen also, die Natur ändert ihr Aussehen - also auch ich.
Das Neueste: Pony.

Nein, ich habe mir kein Minipferd gekauft. Wär ja noch schöner, und das auf der Dachterrasse.
Ich war beim Frisör. Weil ich so zottelig ausgesehen habe und Tags darauf der wichtige Dreh im Krankenhaus beim Kunden war.
So also sehe ich seither aus.


     oder eben so.
Das letzte Mal hatte ich vor 10 Jahren einen Pony. Total ungewohnt und ich puste immer nach oben.
Wer weiß, vielleicht bekomme ich jetzt auch Pubertätspickel auf der Stirn?

Jedenfalls sah ich ordentlich und unzerzauselt aus, als dann letzten Freitag der "große" Dreh war. Mal wieder dauerte das über sechs Stunden für abschließend 2,5 Minuten Sendezeit.

Das ist die supernette Truppe. Links der Chefpfleger vom Katheterlabor - unglaublich umtriebig und engagiert - der sich an diesem Tag meinen allergrößten Respekt erworben hat. Mittig versucht noch die magersüchtige Redakteurin aus dem Bild zu huschen. Die Katheter-Jungs rätseln wohl noch bis heute, ob sie ein umoperierter Mann sei.
Ganz rechts die Kamerafrau, uff. Die hatte ordentlich zu schleppen.
Und wie immer an so einem Tag im Krankenhaus: Ärzte essen nicht, trinken nicht und müssen nicht auf Klo. Normale Menschen aber schon. So stürzte ich mich auf der Rückfahrt heißhungrig auf mein Butterbrot, das ich in weiser Voraussicht eingepackt hatte.
von sabine
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Mittwoch, 28. oktober 2009
Bevor ein Sparplan ins Leben gerufen werden musste, wollte ich meinen angegriffenen Gelenken etwas Gutes tun. Denn Joggen macht nur solange Spaß, wie das Knie nicht knackt und tagelang danach wehtut. Also habe ich mir extra für Asphalt empfohlene und für sehr gut bewertete Laufschuhe zugelegt. Der einzige Kritipunkt einer Läuferin war der Gestank. Und die Dinger stinken wirklich derart nach Plastik, dass die Schuhe draußen gelagert werden müssen. Die Schuhe sind jetzt auch von mir getestet und als WahresWunderWerk befunden. Denn: Sonntag bin ich mit Knieschmerzen und -knacken losgelaufen. Eine ganz lange Runde mit viel Asphaltboden. Seit Montag tut mein Knie nicht mehr weh!
Allerdings gibts schon noch einen Kritikpunkt - den Geruch nehme ich ja draußen nicht wahr und der wird schon noch dem Fußschweißmief weichen. Aber die Dinger sehen echt peinlich aus.

Silber. Hilfe! Damit kann ich auch unmöglich in den Wald, denn die armen Eichhörnchen fallen ja vor Schreck vom Baum. Aber die Zeit, um durch den Wald zu rennen, ist ja eh vorbei - angesichts der Winterzeit. So leuchten die Schuhe im Dunkeln. Ebenfalls mit Leucht-Reflektoren ausgestattet ist meine neue Laufhose:

Das aber zum Glück dezent. So habe ich zumindest den Hauch einer Überlebenschance, wenn mich die nachtblinde Omi abends über den Haufen zu fahren droht. Denn meine "Winterlaufstrecke" wird sich über beleuchtete Bürgersteige ziehen müssen. Mit einem fantastischen Ausblick von einer Eisenbahnbrücke zwischendurch:

Dann kann ja - dank unknackiger Knie und Reflektoren - nix mehr passieren!
von sabine
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Dienstag, 27. oktober 2009
Einige wissen es schon, der Rest erfährt's jetzt: Ich bin schon wieder auf Jobsuche. Unfreiwillig und zähneknirschend. Denn das Gehalt, das ich bekomme, kann ich beim besten Willen nicht völlig selbst wieder hereinholen, indem ich neue Kunden für die PR anschleppe. Dazu sind die Rahmenbedingungen zu schlecht. Gedacht habe ich mir das zwar schon länger. Doch das gesprochene Wort des Vorgesetzten hat eine deutlich andere Wirkung, nämlich die einer Ohrfeige. Die bei mir dazu führt, dass ich erst einmal unter einer Art Schockstarre stehe, die nur allmählich wieder auftaut. Wer selbst einen Bewerbungsmarathon hinter sich hat, weiss auch, wieviel Arbeit dahinter steckt. Nicht nur die gefeilten Formulierungen im Anschreiben. Nein, auch der Lebenslauf muss chick sein, die Arbeitsproben je nach Gusto des möglichen neuen Arbeitgebers - da geht schon mal locker ein Wochenende für drauf. So sieht mein Flyer für eine Superkurzbewerbung jetzt aus:


So, liebe Arbeitgeber. Noch ein kleiner Tipp vom Kommunikationsprofi: Auf ein mühsam und sorgfältig verfasstes Anschreiben antwortet man auch. Das gehört sich so im geschäftlichen Umgang. Und man lässt nicht einfach so, mir nichts Dir nichts, nichts mehr von sich hören, wenn jemand zu einem Vorstellungsgespräch da war. Schließlich hat sich die Bewerberin inhaltlich lange mit dem neuen Arbeitgeber beschäftigt. Sich einen halben Tag frei genommen, sich schick angezogen und ist zu Euch gedüst. Und wenn Ihr einem Kandidaten absagt, könnt Ihr auch gern die Unterlagen wieder mit zurückschicken. Und zwar unversehrt. Denn die kosten ne Menge Geld.
Denn so, wie man im Umgang mit Bewerbern ist, gestaltet sich ja auch der Umgang mit anderen Geschäftspartnern.
von sabine
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Samstag, 24. oktober 2009
Zwar gehören die Niederlande - im Volksmund zwar immer Holland genannt - zu unseren Nachbarn, doch kaum jemand spricht Niederländisch. Einige Brocken kann ich zwar, doch da man in Holland stets umgehend als Deutscher identifiziert und entsprechend auf Deutsch oder Englisch angesprochen wird, hat man keine Chance, die lustige Sprach auch mal zu benutzen. Hasteblievt heisst Bitteschön. Goede Middag sagt man auch schon morgens. Lekkerbek und Salm sind Fischspeisen.
Los ging es Freitag, 16. Oktober. Das Navisystem leitete uns von der Autobahn ab in Höhe Arnheim (gesprochen Arn-Hemmm), um den Stau zu umfahren. Dort stießen wir auf das von mir sehnlichst erwünschte Pannekoeken-Haus:

Wie versprochen (einer Freundin) gab es schon mittags das erste Urlaubsbier. Geht doch!

So, dasshiermal die Nordseeeeee. Meeeer. Hübsch, was?

War aber eisekalt da. Fieser Wind und zwar offizielle 12 Grad, gefühlt wie minus 20. Echt, kein Scherz.

Ich trage nicht nur meine Winterjacke, sondern noch fünf Lagen drunter. Brrr....

Die Sonne schien meist unter den Regenwolken durch. Ideal ist der Strand in Egmond wirklich zum Joggen, auch wenn eisgekühlter Gegenwind in Sturmstärke herrscht.

Das ist unser Apartement. Schön mit Heizung. Im Hintergrund die Küche, vom Sofa aus glotzte man ebenerdig auf die Straße und konnte unbeholfenen Parkversuchen belustigt zuschauen.


Das rote in Stefans Hand ist die Visitenkarte von 123Amsterdam, einem Geschäft, das auch auf dem samtäglichen Flohmarkt auf der Waterlooplein vertreten ist und sich an mir über eine wunderhübsche Lederjacke ne goldene Nase verdient hat.

Tja, und leider sind fünf Tage so schnell vorbei wie ein Lidschlag. Das mir bekannte, älteste Verkehrswarnsystem stammt übrigens auch aus Holland. Filefrij - schon, kein Stau. Dieses mal hatten wir leider nicht so viel Glück. File 8 km auf der einen, file 12 km auf der anderen Autobahn. Nach einer eher lautstarken Argumentation - hüstel - habe ich mich mit der Karte gegen das elektronische Pendant durchgesetzt und wir sind nach meinem Vorschlag gefahren. Chacka.

So, rund um Nimjegen (die Sprecher des WDR lernen auch nicht, dass es nicht Nim-Wegen heisst, sondern Neimechen) mündete die Fahrt auf einer Fähre über den Niederrhein. Richtig nett und kuschelig war es dort!

So sieht man wenigsten noch was vom Land - ich meine, außer Meer und riesige Strände. Davon hat Holland wirklich satt. Die schönen Panoramas habe ich wie immer mit der Spiegelreflex fotografiert, die Fotos lassen also noch etwas auf sich warten - schließlich bin ich auch noch analog, nicht digital in solchen Belangen.
Wenn ich es mir so recht angucke. Mensch, selbst vier Tage später fühlt es sich an, als wäre man nie weg gewesen. Höchstens vor Jahren... schade eigentlich
von sabine
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Donnerstag, 22. oktober 2009
Vorgestern abend erreichte mich die Nachricht einer Freundin. Von meinen ehemaligen Kollegen wurden sechs (von insgesamt 16) gekündigt. Zwar war angekündigt, dass einige Leute gehen müssten - aber doch nicht die halbe Belegschaft! So wird die Pause wohl schrumpfen oder stark an Qualität verlieren.



Die Sauerei, über die ich nicht müde werde, mich aufzuregen ist ja folgende: Statt den Leuten z u kündigen, die entweder totale Laumalocher sind und erst gegen halb Elf in der Redaktion aufschlagen oder denen, die nur als "H&M"-Victim mit völlig gestörtem Körperverhältnis zu bezeichnen sind, werden wie immer die Falschen rausgeworfen.

Samt und sonders sind das Redakteure, die seit etlichen Jahren für die Redaktion arbeiten. Die Tarifverträge haben, also deutlich mehr Geld verdienen, als die anderen. Und die regelmäßig eine Gehaltserhöhung bekommen, mehr Urlaubstage und Weihnachtsgeld erhalten. Die sind teuer, die müssen raus.

Ja, sind wir hier beim Schlußverkauf? Das sind Menschen, die ich kenne und die meisten von ihnen mag ich. Sogar sehr. Und die entweder im Glücksfall Ende 40 sind, die meisten aber jenseits der 50. Und verläuft der Weg zur Rente
dann direkt und ausschließlich über Hartz IV.

Wie unsozial ist das? Während der "dicke B" wie ich Herrn Heinrich Bauer nenne, ohne ihn je gesehen zu haben, mit seinen Privatjets durch die Welt düst, gucken die Kleinen gewaltig in die Röhre. Von Firmen wie der Ruhrkohle kenne ich noch das Wort Sozialplan. Oder Anpassungsgeld. Aber das Wort sozial ist ja völlig aus der Mode gekommen. Und die Partei, die sich mit dem vorgekaukelten "S" schmückt, war auch noch für das Hartz IV-Verbrechen verantwortlich.

Wie kann es sein, dass in Krankenhäusern, Kaufmarktketten, Verlagen und eigentlich überall Mitarbeiter mit viel Berufserfahrung 10 bis 15 Jahre vor ihrer Rente rausgeworfen werden, und niemand wehrt sich? Egal ob es die geklauten Frikadellen sind, Brötchenbelag oder einfach "Umstrukturierungen". Ältere Mitarbeiter auf die Straße zu setzen ist regelrecht eine Modewelle bei Arbeitgebern geworden. Und wozu hocken die Grinsfische in Berlin? Dagegen tun sie nichts. Ehrlich, die sollte man auch fristlos kündigen - ich kenne sonst niemanden, der seinen Job derart schlecht macht. Oder eigentlich gar nicht.
von sabine
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Montag, 12. oktober 2009
Freitag startete das bevölkerungsreichste Bundesland pünktlich zum Feierabendverkehr in die Herbstferien. Wie zu jedem Ferienbeginn. Können die Ferienfahrer nicht einen anderen Zeitpunkt als den Freitag nachmittag wählen? Nein, können oder wollen sie offensichtlich nicht. Berufspendlern wie mir bleibt dann nur übrig, sich seufzend mit einer guten Hör-CD auf den Parkplatz zu stellen, der sonst Autobahn genannt wird. Oder auf Nebenstrecken auszuweichen. Die sind dann genauso voll.



Hinzu kommt, dass das Ruhrgebiet für die Kulturhauptstadt 2010 fit gemacht wird. Alle Straßen werden gleichzeitig aufgerissen. Sehr schön. Trotz Baustellen, Ampeln, einkaufenden Muttis und Rentnern habe ich es in sagehaft rekordverdächtigen 40 Minuten nach Hause geschafft - über "Land" wie man sagt. Via Pseudoautobahn hätte ich das nicht so schnell geschafft. Und man lernt tatsächlich noch neue Stadteile kennen - die man nie kennenlernen wollte.

Neu ist allerdings auch zu meiner allergrößten Freude eine Fahrradstrecke, die mit ledigllich einer heftigen Steigung am Startpunkt auskommt.

Quer durch den Bochumer Norden über Gerthe bis nach Castrop-Rauxel zieht sich ein Weg, den man scheinbar heimlich neu gebaut hat. Total wenig Betrieb, das ist äußerst ungewöhnlich.

Zudem sieht man das, was das Ruhrgebiet ausmacht und inzwischen sogar überall beschildert wird. Route Industriekultur. Die Schilder sind stellenweise so dicht angebracht, dass man sich suchend umschaut und fragt: "Ja, wo denn jetzt?". Hier ist es offensichtlich.
von sabine
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Donnerstag, 8. oktober 2009
Trotz der Urlaubssperre, die in meinen Job von September bis Dezember verhängt wird und trotz Probezeit ist es mir gelungen, drei Tage Urlaub durchzukriegen. Macht insgesamt eine Ferienzeit von fünf Tagen! Da Fliegen inklusive Anreise zum Flughafen, Wartezeit, Flugdauer, Transfer... nicht so viel Sinn macht, werden wir die freie Zeit in Holland verbringen. Dieses mal nicht im am kürzesten zu erreichenden Punkt Katwijk, sondern weiter nördlich im entlegeneren Egmond aan Zee.


Noch nie fand ich die Suche nach einer Unterkunft so leicht - denn in Zuidholland verfügt die Region nicht über eine so gut sortierte und zudem noch funktionierende Website:

www.egmondaanzee.info

Mit einer Mail wurde ich dann informiert, dass 264 Unterkünfte angefragt werden. Und nicht nur das, die ersten meldeten sich MINUTEN nach der Anfrage. Trotz Herbstferien hatten wir drei schöne Optionen mit dem Anspruch: 1. Apartement - weil ausschlafen wollen. 2. Zeezicht 3. Privatsphäre. Am Dienstag wurden wir uns aber noch nicht einig, eine Unterkunft war inzwischen vermietet. Am Mittwoch haben wir uns dann für Torenlicht entschieden. Na, da bin ich mal gespannt.

Denn Egmond ist zwar der viel schönere Ort und hat wesentlich unbebautere Strände, aber. Ja, irgendwas ist ja immer. Die ersten Jahre waren wir häufig über Silvester in Egmond. In dem Apartement stimmte aber was mit den Abflüssen nicht und einmal stank es derart ekelhaft nach Gulli, dass wir vorzeitig nach Hause fuhren. Die vermieten inzwischen auch nicht mehr. Das andere Jahr waren wir in einem sogenannten Sommerhuiset, ein kleines Holzhüttchen im Garten oder Hof des Vermieters. Wäre hübsch gewesen, wenn nicht eine Waldameisen-Autobahn durchs Zimmer verlaufen wäre, uha.
Nun also der dritte Versuch.


Achja, üblicherweise bereitet sich der typische Individualreisende ja per Lonely Planet vor. Und siehe da: es gibt tatsächlich eine Ausgabe über unsere holländischen Nachbarn!

Goede middag!
von sabine
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Dienstag, 6. oktober 2009
Neue Regierung, neue Jobs - nicht nur für die Bevölkerung, sondern zunächst einmal für zahlreiche Politiker. Parteimachtwechsel bedeutet für den einen, dass er ohne Englischkenntnisse zum Außenminister wird, für die andere, dass ihre Zeit im Gesundheitswesen abgelaufen ist.


Kein Wunder, dass Mitte September Ulla Schmidt auf einer Pressekonferenz im beschaulichen Datteln da einen recht entspannten Eindruck machte, selbst bei der Bemerkung eines anderen Redners, sie habe die vergangenen 8 Jahre einen guten Job gemacht - das war vor der Wahl. Zumindest hört sie auf, aber nicht ohne dass ich sie fotografiert habe.


Gut, Politiker wissen vorher, dass sie - wenn's nicht gut läuft - nur 4 Jahre ihren Job haben. Bei Chefredakteuren sind Jahres oder 2-Jahres-Verträge die Regel. Üblicherweise kündigt man einen Chefredakteur rechtzeitig, bestellt einen Nachfolger ein. Nicht allerdings im Bauerverlag. Nach Insider-Informationen war es wohl wieder einmal der berüchtigte Freitagsnachmittagstermin, an dem meine ehemalige Chefredakteurin - so wie ihre Vorgängerinnen und so wie andere Chefreds - gegangen wurde:

Drei Chefredakteurinnen auf einen Streich bei Bauer:
Schröder, Maurischat und O'Mullan verlieren ihren Posten
Bei den wöchentlichen Frauenzeitschriften der Bauer Media Group in Hamburg gibt es gravierende Einschnitte: Verlagsgeschäftsführer Jörg Hausendorf fasst seine fünf Titel zu zwei Gruppen zusammen, die von jeweils einer Chefredakteurin geleitet werde. Drei von fünf Chefredakteurinnen müssen gehen bzw. verlieren ihren Posten: Für "tina" und "Bella" ist in Zukunft "tina"-Chefredakteurin Sabine Fäth verantwortlich. Die bisherige "Bella"-Chefin Nina Maurischat verlässt das Haus. Die Titel "Laura", "Alles für die Frau" und "Mach mal Pause" verantwortet in Zukunft die bisherige "Laura"-Chefin Viola Wallmüller. Imme Schröder, Chefin von "Alles für die Frau", verliert ihren Posten, Alexandra O'Mullan von "Mach mal Pause" verlässt das Haus.



Wie beim Verlag üblich, wussten die Betroffenen in den Redaktionen als Letzte Bescheid. Und nun kursieren natürlich Gerüchte, dass man sechs Stellen einsparen will. Jeder läuft mit einem gezückten Messer in der Tasche herum, das von einer Exkollegin:

Hier geht jetzt das Gemetzel los!
Hanne-Lore gegen den Rest. Doni und sie waren gestern zum Erst-Gespräch
zu unserer neuen Chefredakteurin geladen. Und laut Doni,
hat H. es so aussehen lassen, dass sie alles machen würde und der Rest
von uns unfähig wäre. Außerdem soll sie, unaufgefordert, Nettie
ans Messer geliefert haben!!!! So was in der Art wie: "Nettie ist ne Freie, auf die können wir verzichten, um Geld zu sparen".
Unglaublich, das die Patentante ihrer Tochter.

Hoffentlich kommt es hier nicht zu einer Bluttat. Rike und
sie sind ja einer zu viel....

Für Omu kam´s auch überraschend. Aber die bekommt ne Abfindung und sechs Monate ihr Gehalt....



Besagte Hannelore verrät in ihrem Buch von ihrer erfolglosen Pleite-Kneipe in Malaysia, dass sie Fatimah heisst - sie musste nämlich zum Islam übertreten, um den in Wirklichkeit drei Köpfe kleineren, mageren Shamanen zu ehelichen.

Die Redakteure der anderen Zeitschriften befürchten zu recht, dass als nächstes Pool-Redaktionen gebildet werden. Sprich: Ein Redakteur schreibt was zu Brustkrebs, modelt das dann sukzessive in den nächsten drei Ausgaben für Tina, Bella und MMP um.... So haben es schon andere Verlage und auch andere Bauertitel vorgemacht.
Nur, damit wir dann bei KRESS wieder ein bescheuertes Interview mit der Verlagsleiterin lesen, dass die Qualität der Premium-Yellows damit angehoben wird.
Da kann ich nur sagen: Gute Nacht, Journalismus!
von sabine
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